Geschichte

Samariterbund Rettungsstelle Purkersdorf – Eine Erfolgsgeschichte im Dienst der Menschen

 

Gründung mit Hindernissen – Die Anfänge

 

Die Historie des Samariterbundes in Purkersdorf begann eigentlich schon im Jahre 1967. Damals fungierte man zunächst noch als Zahlstelle der Gruppe Rudolfsheim-Fünfhaus im Gasthaus Kuhlstrunk bevor man in das von der Familie Kuhlstrunk kostenlos zur Verfügung gestellte Salettl, welches sich gleich daneben befand, übersiedelte. Ein Jahr später wurde der Samariterbund Purkersdorf durch die Gruppengründung unter seinem ersten Obmann, Franz Helmreich, aus der Taufe gehoben. Dieser erste Meilenstein war eine kleine Krönung auf einem noch steinigen Weg. Das Projekt war anfänglich mit Skepsis beäugt worden, weil man wusste, dass für eine Gruppengründung in Niederösterreich ungleich größere Maßstäbe angesetzt werden mussten als in Wien. Ein Happy End war u.a. dem unermüdlichen Einsatz des späteren Obmannes Carl Zwickl geschuldet. Durch seine Begeisterung gelang es ihm auch den letzten Kritiker von der Richtigkeit seiner Idee zu überzeugen. Viele Gespräche mit örtlichen PolitikerInnen machten es dann 1969 möglich, auch die bis dahin offengebliebene Lokalfrage zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu lösen und die Gruppe Purkersdorf konnte als eigenständiger Verein in die Öffentlichkeit treten.

 

Erste Schritte und Etablierung – Die 1970er Jahre

 

Unter den auf Franz Helmreich folgenden Obmännern, Emil Ritscher (1970-1972) und Carl Zwickl (1972), wurde die Gruppe Purkersdorf Schritt für Schritt erweitert. Neuer Schwung kam dann durch den 1972 zum Obmann gewählten Manfred Hanzlik, der für sein energisches Anpacken bekannt war. 1973 zog der Samariterbund in die Wienerstraße 8. Eine Optimierung des Einsatzdienstes und der Unterkunft machten 1977 eine weitere Umsiedlung – diesmal in die Wienerstraße 2, am Rande der Räumlichkeiten des ehemaligen Volkshauses – notwendig. Dies war nicht zuletzt eine Folge des sukzessive erweiterten Leistungsangebotes des Samariterbundes. U.a. hatte man die Aufgabe des Wintersportdienstes übernommen, denn in den 1970er Jahren wurden auf der Hochramalm in Gablitz Skirennen veranstaltet. Überhaupt zählte die Hochramalm damals zu den beliebtesten Skigebieten im Nahbereich Wiens. Speziell geschulte SanitäterInnen überwachten die Sicherheit auf den Pisten und organisierten den Rettungsdienst für Verletzte. Dazu veranstaltete der Samariterbund über das ganze Jahr hindurch Kinderschwimmkurse, Erste Hilfe Kurse in Fahrschulen, absolvierte Ambulanzen bei nationalen und internationalen Orientierungsläufen, Fußballveranstaltungen, Reittunieren, Motorsportwettkämpfen und betreute zusätzlich viele soziale und karitative Projekte, wie zum Beispiel die Sonnenzug- und Sonnenbusfahrten. 1979 wurde dann ein großes Jahr für Purkersdorf. In diesem Jahr wurde nämlich der erste Einsatzwagen des Samariterbundes in Betrieb genommen. Er entsprach nicht nur der gesamten Leistungsbandbreite der von den Sanitäterinnen und Sanitätern beherrscht wurde, sondern war für die damalige Zeit auf dem neuesten Stand der sanitätsdienstlichen- und medizinischen Technik eingerichtet.

 

Aufstieg zur modernen Rettungsorganisation – Die 1980er und 1990er Jahre

 

Der Aufwärtstrend des Samariterbundes hielt auch in den 1980er Jahren an. Sein Betätigungsfeld und seine Größe nahmen zu. Weitere Höhepunkte sollten aber erst unter der 1989 neugewählten, impulsiven Brigitte Samwald erreicht werden. Ideenreich vollführte sie einen markanten Wendepunkt, indem sie neue Betätigungsfelder erschloss und bereits etablierte Bereiche massiv ausbaute. Mit einem in Etappen erweiterten Fuhrpark stiegen die Ausfahrtenzahlen von knapp 1.000 Ausfahrten zu Beginn des Jahres 1990 auf 4.130 Ausfahrten im Jahr 1993 und nahmen von da an unaufhörlich zu. Mittlerweile hat der Samariterbund Purkersdorf als Ausfahrtenstärkste Organisation im Gerichtsbezirk Purkersdorf knapp über 12.000 Ausfahrten pro Jahr!

 

Schon 1994 setzte sich der Samariterbund Purkersdorf für die Installierung eines Notarztwagens im Bezirk ein. Durch viele massenmediale und politische Initiativen, eine eigene Bürgerbefragung im Gerichtsbezirk, sowie über persönliche Vorsprachen bei zuständigen Stellen wurde versucht, Purkersdorf zu einem Notarztstützpunkt auszubauen. Das geforderte Notarztsystem folgte schließlich im September 1996 und wird seither im wöchentlich alternierenden Turnus mit dem Roten Kreuz betrieben. Die neuen Gegebenheiten forderten allerdings schon vorher einen erneuten Umzug des Samariterbundes. Am strategisch günstig gelegenen Schnittpunkt zweier Hauptverkehrsachsen (B44/B1) entstand an der Tullnerbachstraße 1 mit dem Spartenstich am 24.April 1994 eine geeignete Einsatzzentrale, die den Anforderungen einer modernen Rettungsorganisation entsprach. Freiwillige Feuerwehr und Samariterbund konnten nach deren Vollendung 1997 ihr neues Quartier beziehen. Ebenfalls im gleichen Jahr konnte der Samariterbund mit der Eröffnung seiner Außenstelle in Mauerbach ein an der Peripherie gelegenes Einsatzgebiet optimal abdecken. Leider ließen finanzielle Schwierigkeiten, die Anfang der 2000er Jahre durch die Deckelung der NÖ-Gebietskrankenkassa aufgetreten waren, einen Betrieb dieser Außenstelle nicht über das Jahr 2002 hinaus zu.

 

Soziales Engagement trotz Krisenzeiten – Von der Jahrtausendwende ins Heute

 

Die Führung des Samariterbundes unter Brigitte Samwald vermochte aber auch diese stürmische Zeit bravourös zu meistern und wandelte den Verein zu einem modernen Vorzeigebetrieb. Höchste medizinische und sanitätsdienstliche Qualität wurden nicht nur durch stets modernes Equipment geschaffen, sondern vor allem durch den Ausbau im Schulungsbereich auf der Grundlage des neuen Sanitätsgesetzes (SanG) von 2002. Bereits in den 1990er Jahren unterhielt der Samariterbund Kooperationen mit der Semmelweisweisklinik und dem Notarzthubschrauber Christopherus III in Krems zur steten Weiterbildung seiner MitarbeiterInnen. Der Schulungssektor wurde nun aber nicht nur intern gepusht, sondern auch auf dem Gebiet der Ersten-Hilfe. Über die Jahre erweiterte sich das Kursangebote stetig. Heute werden neben Führerschein-, Betriebsersthelfer- und Kindernotfallkursen, zusätzlich speziell auf die jeweiligen Erfordernisse von Firmen zugeschnittene Kurse, offeriert.

 

Besondere Innovationen, bei denen sich der Samariterbund Purkersdorf oft in die Rolle eines Vorreiters begab, prägten in einem hohen Maß das Vereinsbild im neuen Jahrtausend. So startete der Samariterbund im Jahr 2004 mit dem, in dieser Form einzigartigen First-Respondersystem, ein Pilotprojekt. Bereits während des Probebetriebes in der Marktgemeinde Pressbaum offenbarte der First-Responder seine Vorteile: Schnellere, medizinische Maßnahmen ermöglichen bis zum Eintreffen eines Notarzt- oder Rettungswagens bessere Heilungschancen für die PatientInnen.

Ebenso wurde nur wenige Jahre später ein spezielles Fahrzeug für Menschen mit besonderen Bedürfnissen konzipiert. 2006 konnte dieses Transportmittel durch tatkräftige Unterstützung der Stadtgemeinde Purkersdorf und dem Erlös aus dem Verkauf eines eigenen Samariterweins seinen Dienst aufnehmen. Durch die Gründung eines eigenen Mietwagenservices und eines GSD-Teams (Gesundheit- und Soziale Dienst) vergrößerte der Samariterbund seine reichhaltige Palette an attraktiven Dienstleistungen und kann so hilfebedürftigen Menschen noch besser unter die Arme greifen.

 

Ein großes Anliegen des Samariterbundes galt seit jeher dem soziale Bereich, weshalb neben dem bewerten Krankenbeförderungs- und Rettungsdienst dieses Engagement ebenso gefördert wurde. Die schwere Wirtschaftskrise der Jahre 2007/2008 ließen 2009 den Samariterladen (SamLa) direkt an der Kreuzung B44/B13 am Wienerwaldsee entstehen. Dort können sozial schlechtergestellte Menschen gebrauchte Güter des täglichen Bedarfs zu erschwinglichen Preisen erwerben, die zuvor über Wohnungsräumungen oder Schenkungen an den Samariterbund gelangt sind.

Daneben betreut der Samariterbund nach wie einen klassischen Hilfsdienst, das Essen auf Rädern (EAR), welcher alten und gebrechlichen Menschen ein warmes Mittagsmenü sieben Tage die Woche frisch nach Hause serviert. Seit dem Rückzug des Roten Kreuz aus diesem Aufgabengebiet im September 2011 übernimmt alleine der Samariterbund die Versorgung der Bevölkerung. Ab April 2014 wurde der Bezug auf die Marktgemeinde Mauerbach ausgeweitet.

 

Viel Aufmerksamkeit wurde dem Samariterbund Purkersdorf anlässlich seiner letzten Jubiläumsfeiern zuteil. 2008 feierte man das 40jährige Bestehen gemeinsam mit der Seniorenresidenz Hoffmannpark. 2013 folgte aus Anlass von 45 Jahren ASB-Purkersdorf ein glanzvolles Fest auf dem Purkersdorfer Hauptplatz. Wie bei diesen beiden Festlichkeiten betreut der Samariterbund natürlich auch Jahr für Jahr die Open-Air Konzerte in Purkersdorf und viele andere Events durch seine Ambulanzteams!

Besonderes Engagement offenbarten die SamariterInnen aber auch bei zahlreichen Einsätzen in der Katastrophen- und vor allem bei der Flüchtlingshilfe – dies verstärkt ab 2015. Im selben Jahr wich der Notarztwagen im April 2015 einem Notarzteinsatzfahrzeug. Die 20-Jahrfeier des Notarztstützpunktes Purkersdorf 2016 erfolgte so bereits unter Umsetzung modernster Rettungskonzepte. Zu Jahresende 2016 erhielt der Samariterbund eine Rettungshundestaffel, die im gesamten Landesgebiet zu Einsätzen aller Art herangezogen wird.

 

 

Fotoalbum

Samariterbund Schwimmkurs 1972
Samariterbund Pistenrettung 1974
erstes Rettungsfahrzeug des Samariterbund Purkersdorf 1979
Übung des Samariterbund Purkersdorf 1980
Übung des Samariterbund Purkersdorf 1981
Öffentlichkeitsarbeit der purkersdorfer Samariter 1982
Mitarbeiter des Samariterbundes beim Christopherus 3 1985
Großschadensübung 1987
Wagenweihe 1990
Notfalleinsatz gemeinsam mit dem Notarzthubschrauber Martin 3 1992
Neue Dienstleistung Essen auf Rädern 1993
Fuhrpark des Samariterbundes 1994
Gemeinsam für die Menschen - Samariterbund und Rotes Kreuz Purkersdorf 1995
Erster Notarztwagen in Purkersdorf 1996
Neue Einsatzzentrale des Samariterbundes und der Feuerwehr 1997
Einsatz der Samariter mit dem Notarzthubschrauber Martin 3 1999
Samariter beim schweren Zugsunglück 2001
First Responderprojekt Pressbaum 2002
Neuer Notarztwagen 2003
Samariter beim Zugsunglück 2004
Einführung neuer Uniformen beim Samariterbund Purkersdorf 2005
Start des Erste-Hilfe-Projekts an Schulen 2006
Katastrophen-Hilfsdienst Bereitschaft des Samariterbundes während der schweren Schneefälle 2007
Neues Allradgetriebenes Rettungsfahrzeug 2008
Neuer Notarztwagen Purkersdorf 2008
Landes-Sanitätsbewerbe und Landes-Jugendwettbewerbe des Samariterbundes erstmals in Purkersdorf 2009
Feierliche Eröffnung des Samariterladens SamLa u.a. mit BM Hundstorfer beim Wienerwaldsee 2009
Sämtliche Krankentransportwagen wurden durch den Ankauf von 3 Stück LP1000 mit Defibrillatoren ausgerüstet 2010
Ein privater Spender ermöglicht den Ankauf eines neuen Krankentransportfahrzeuges 2010
45-Jahrfeier-2013